Was Kryptowährungen sind, ist laut einer aktuellen Umfrage des Beratungsunternehmens BearingPoint mittlerweile neun von zehn Bundesbürgern bekannt. Doch nur ein gutes Viertel der rund 2.000 Teilnehmer hält Kryptos für eine geeignete Geldanlage, lediglich 18 Prozent besitzen selbst Coins. Zum Vergleich: Aktien finden 68 Prozent anlagetauglich, Gold 72 Prozent. Die Zurückhaltung gegenüber Bitcoin, Ethereum & Co. liegt vor allem in deren Wertschwankungen begründet, die auf 51 Prozent der Befragten abschreckend wirken. 41 Prozent hält die schwache Regulierung des Marktes von einem Kryptoengagement ab, während ebenso viele die Aufbewahrung von Kryptowerten als zu unsicher erachten. Der Bitcoin-Kurs schwächelte zuletzt zwar, doch Fantasie findet sich unter Kryptoexperten nach wie vor. Die US-Investmentbank JP Morgan hält in den nächsten Monaten eine kräftige Hausse für wahrscheinlich, ihre Wettbewerberin Goldman Sachs erwartet in diesem Jahr gar einen Kurs von 160.000 US-Dollar. Das wäre gegenüber dem Januar ein Plus von fast 80 Prozent. Wo es so viele Chancen gibt, lauern allerdings auch beträchtliche Risiken, wie jedem Anleger klar sein sollte.
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154 Milliarden Euro flossen den in Deutschland verwalteten Investmentfonds 2025 netto zu, so
viel wie seit fünf Jahren nicht mehr. Matthias Liermann, Präsident des Fondsverbands BVI, spricht
daher von einem „starken Jahr“ für die Branche, die nunmehr die stattliche Summe von 4.851
Milliarden Euro in ihren Büchern hat. Ein wesentlicher Treiber waren erneut ETFs, die 57
Milliarden Euro Zuwachs verzeichneten, während offene Publikumsfonds 86 Milliarden
akquirieren konnten.
„Die Teilhabe am Kapitalmarkt nimmt spürbar zu. Immer mehr Menschen erkennen, dass
Wertpapiere ein zentraler Baustein für den Vermögensaufbau und die Altersvorsorge sind“,
kommentiert Liermann die Entwicklung. Ablesen lässt sich diese auch an Zahlen der
Bundesbank, die aktuell rund 37 Millionen Wertpapierdepots registriert hat – 2020 waren es
noch 23 Millionen. Allein in den vergangenen beiden Jahren kamen 6 Millionen Depots hinzu.
Ausschlaggebend dürften neben der generell wachsenden Offenheit gegenüber den
Kapitalmärkten auch die Börsenkurse in diesem Zeitraum gewesen sein, die von einem
Rekordhoch zum nächsten jagten.
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Während die Europäische Zentralbank den Leitzins weiterhin bei 2,0 Prozent belässt, müssen
Tagesgeldsparer sich mit einer weiterhin schrumpfenden Verzinsung begnügen –zumindest
wenn sie bei ihrer Bank Bestandskunden sind. Das ergab die Marktanalyse eines großen
Vergleichsportals.
Insbesondere regionale Geldhäuser, also Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken, knausern
beim Tagesgeld. So legen 38 Prozent von ihnen einen Minizins von maximal 0,25 Prozent
zugrunde – vor einem Jahr waren es nur 24 Prozent. Im Durchschnitt zahlen die Sparkassen 0,37
Prozent, die Genossenschaftsbanken mit 0,42 Prozent kaum mehr. Der durchschnittliche Zinssatz
über alle Banken in Deutschland hinweg liegt bei 1,29 Prozent, woraus folgt, dass die
bundesweit operierenden Institute deutlich höhere Tagesgeldzinsen leisten. Das attraktivste
dauerhafte Angebot am Markt beträgt derzeit 2,3 Prozent. Noch mehr, nämlich über 3 Prozent,
sind für Neukunden drin. Nach dem jeweiligen Garantiezeitraum fällt indes auch ihre Verzinsung
auf das Bestandskundenniveau der Bank.
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Gegenüber Aktien- und Fondsinvestments zeigen sich die Bundesbürger traditionell skeptisch –
mit der Folge, dass ihr Vermögen seit Jahrzehnten langsamer wächst als das vergleichbarer
Nationen. Doch die Offenheit nimmt zu. Das belegt nun erneut eine Umfrage eines großen
Versicherers unter mehr als 3.700 Erwerbstätigen. 28 Prozent von ihnen stehen
börsengehandelten Wertpapieren positiv gegenüber; bei einer Vorgängerumfrage vor fünf Jahren
lag dieser Wert bei 19 Prozent. Damit schrumpft der Abstand auf den Spitzenreiter, die eigene
Immobilie, in die 44 Prozent der Befragten Vertrauen setzen. Auffällig sind die Unterschiede
zwischen den Geschlechtern: Lediglich jede fünfte Frau ist Aktieninvestments gegenüber
aufgeschlossen, aber mehr als jeder dritte Mann.
Auch die Haltung zu Kryptowährungen wurde erstmals erhoben. Kaum überraschenderweise
beurteilen jüngere Umfrageteilnehmer diese Assetklasse deutlich günstiger als die älteren
Semester: 28 Prozent der unter 40-Jährigen halten Kryptos für „gut geeignet“ zur Altersvorsorge,
trotz der enormen Verlustrisiken. Von den über 40-Jährigen sehen das nur 11 Prozent so. Über
alle Altersgruppen hinweg ergibt das einen Zustimmungswert von 17 Prozent.
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Infolge der kriminellen Wirecard-Pleite fordern rund 50.000 Aktionäre des Konzerns im Rahmen des Insolvenzverfahrens circa 8,5 Milliarden Euro zurück. Hinzu kommen seitens weiterer Gläubiger Forderungen über 6,9 Milliarden Euro. Da sich die Insolvenzmasse auf etwa 650 Millionen Euro beläuft, können die Geschädigten nicht viel Kompensation erwarten. Auf anderem Wege versuchte es deshalb eine Anlegerin, deren 140 Wirecard-Aktien damals praktisch über Nacht ihren Wert verloren: Sie verklagte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) auf Schadensersatz, da diese ihren Pflichten nicht nachgekommen sei.
In der Tat steht die Wirecard-Affäre nicht für eine Sternstunde der Finanzaufsicht. Hinweisen auf Bilanzmanipulation wurde nicht konsequent nachgegangen. Kritische Stimmen wurden sogar aktiv unterdrückt, etwa mit einer Strafanzeige gegen einen Journalisten wegen angeblicher Marktmanipulation. Zudem verbot die BaFin Leerverkäufe für Wirecard-Aktien.
Wie zuvor das Landgericht Krefeld konnte nun jedoch auch das Oberlandesgericht Düsseldorf keine schuldhafte Amtspflichtverletzung erkennen. Zudem sei das BaFin-Vorgehen nicht ursächlich für die Pleite und damit für den Aktienwertverlust gewesen. Die Klage wurde deshalb abgewiesen. Als letztes Mittel steht der Klägerin noch eine Zulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof offen.
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as Interesse der Deutschen an Indexfonds (ETFs) ist ungebrochen. Fast zehn Millionen ETFSparpläne wurden hierzulande bereits abgeschlossen, Tendenz: stark steigend. Diese Vorliebe
machen sich auch mehr und mehr Fondsanbieter zunutze, deren Produkte mitunter weit vom
ETF-Grundprinzip abweichen. Sogenannte aktive ETFs versuchen den Spagat zwischen der
reinen Indexabbildung und dem klassischen aktiven Fondsmanagement. So gibt es mittlerweile
als ETF verkaufte Produkte, die eher Themenfonds entsprechen und sogar oftmals ihren eigenen
Index dafür aufsetzen. Viele neuere Angebote sind so komplex strukturiert, dass es ohne
Fachkenntnisse schwerfällt, sie zu verstehen.
Als Konsequenz daraus wird die Bezeichnung ETF verwässert. Die Entwicklung erinnert an das
sogenannte Greenwashing, bei dem Finanzprodukte als „nachhaltig“ verkauft werden, obwohl sie
kaum Nachhaltigkeitseffekte haben – einfach, weil es der Vermarktung förderlich ist. Somit kann
man sich beim ETF-Erwerb auch nicht mehr darauf verlassen, ein günstiges Produkt zu
bekommen. Denn viele der neuen aktiven ETFs langen auf der Kostenseite ordentlich zu. Anleger
sollten deshalb genau hinschauen.
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Jeder Anleger und jede Anlegerin muss sich gemäß der persönlichen Vorlieben für eine
grundlegende Aufteilung des Investmentportfolios entscheiden. So wird häufig ein bestimmter
Anteil für Aktien(fonds) vorgesehen, einer für Anleihen, einer für Sachwertanlagen, einer für Gold
etc. Eine Herausforderung im Portfoliomanagement liegt nun darin, dass sich die Assetklassen
nicht im Gleichschritt bewegen. Performen beispielsweise Aktien über längere Zeit deutlich
stärker als Anleihen, dann steigt ihr Anteil im Portfolio – womit sich die Risikoexposition
verändert. Um den eigentlich angestrebten Mix wiederherzustellen, wird ein sogenanntes
Rebalancing fällig. Im Beispiel müssten also entweder Aktien bzw. Fondsanteile verkauft
und/oder andere Assets zugekauft werden. Doch ist das sinnvoll?
Matthias Horn hat am Lehrstuhl für Finanzwirtschaft der Universität Bamberg zu
Anlagestrategien deutscher Privatanleger geforscht und dabei eine klare Meinung zu solchen
Umschichtungen gewonnen: „Aus meiner Sicht ist Rebalancing nur für die wenigsten
Privatanleger sinnvoll“, sagte er dem „Spiegel“. Denn die Risikoneigung sei nicht statisch. Habe
man etwa mit Aktien satte Gewinne gemacht, sei ein Rücksetzer leichter zu verkraften. Mit
einem Verkauf würde man zudem weiteres Wertsteigerungspotenzial liegen lassen. Hinzu
kommen die Kosten des Rebalancings, denn die Transaktionen kosten in der Regel Gebühren,
obendrauf kann Kapitalertragsteuer kommen. Unterm Strich, so hätten modellhafte Rechnungen
gezeigt, zahlen sich solche Umschichtungen daher nicht aus.
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Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt vor Onlinekriminellen, die
sich mit den Namen bekannter Finanzinstitute das Vertrauen ihrer Opfer erschleichen. In
jüngerer Zeit gäben sich die Betrüger besonders häufig als Mitarbeiter der Fondsgesellschaft
Union Investment („Peter Müller, Senior Investment Analyst“) aus. Aber auch die Namen anderer
seriöser Marktteilnehmer, darunter große Onlinebroker oder auch Maklerpools, würden
missbraucht.
Die Masche baut darauf, zunächst in „exklusiven“ Gruppen in WhatsApp oder anderen Social
Media scheinbar uneigennützig Expertenwissen zu teilen. Sobald eine Vertrauensbasis
entstanden ist, wird ein „Geheimtipp“ vorgestellt, mit dem sich in kurzer Zeit traumhafte
Renditen erzielen lassen sollen. Die Investition erfolgt bevorzugt über Apps oder Plattformen,
die von den Kriminellen selbst betrieben werden.
Der Rest folgt einem bekannten Drehbuch, das auch bei anderen Onlinebetrugsmethoden
Anwendung findet: Auf die ersten, meist noch zaghaften Investments hin werden tatsächlich die
versprochenen Gewinne ausgezahlt bzw. gutgeschrieben. Wenn dann die Hemmungen fallen und
die Opfer große Beträge überweisen, sind die Betrüger mitsamt Beute schnell über alle Berge.
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Klimaschutz und Nachhaltigkeit haben derzeit keinen guten Lauf – auch bei privaten Investitionsentscheidungen. Eine jährlich durchgeführte Umfrage unter rund 1.000 Privatanlegern belegt stetig nachlassendes Interesse: Waren 2022 noch fast vier Fünftel offen für nachhaltige Investments, so bekunden dies aktuell nur noch 64 Prozent. Parallel dazu haben sich die konkreten Investitionstätigkeiten entwickelt. Lediglich 16 Prozent der Befragten setzen derzeit auf nachhaltige Assets, vor zwei Jahren waren es noch 24 Prozent.
Die Einstellungen zu dieser Frage unterscheiden sich zwischen den Generationen deutlich. 81 Prozent der unter 30-Jährigen, aber nur rund die Hälfte der über 70-Jährigen äußern Interesse an ESG-Investitionen.
Unter zwölf zur Auswahl gestellten Nachhaltigkeitskriterien genießen der Verzicht auf ausbeuterische Arbeitsbedingungen und der auf Tierversuche mit jeweils 37 Prozent die größte Zustimmung. Es folgen umweltschonende Produktionsbedingungen (29) und Investitionen in erneuerbare Energien (27), während am anderen Ende der Skala die Ächtung von Atomkraft (14) und von Alkohol- und Tabakproduzenten (13) den wenigsten Befragten wichtig ist.
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