Die Assetklasse der offenen Immobilienfonds (OIF) steht unter verschärftem Druck, seit die
Anleger in großem Stil ihr Geld zurückholen wollen. Allein seit Januar 2025 sind unterm Strich
mehr als 10 Milliarden Euro abgeflossen. Die daraus resultierenden Liquiditätsnöte zwingen nun
bereits den dritten Fonds in diesem Jahr zu einem Rücknahmestopp. Das Management des UBS
(D) Euroinvest Immobilien teilte mit, „dass die liquiden Mittel des Immobilien-Sondervermögens
nicht ausreichen, um den Rücknahmepreis für die zur Rückgabe vorgelegten Anteile zu zahlen
und die ordnungsgemäße laufende Bewirtschaftung des Immobilien-Sondervermögens
sicherzustellen“.
Marktbeobachtern treibt besonders die Tatsache Sorgenfalten auf die Stirn, dass dieser Fonds
sich auf Gewerbeimmobilien fokussiert. Die bisherigen Rücknahmestopps betrafen
Wohnimmobilienfonds, nämlich den Wohnselect von Wertgrund und den Fokus Wohnen
Deutschland von Industria.
Die UBS-Anleger müssen sich nun in Geduld üben. Bis zu drei Jahre darf die Rücknahme von
OIF-Anteilen ausgesetzt werden, bevor das nötige Geld mit Notverkäufen erwirtschaftet werden
muss. So lange bleibt nur ein Anteilsverkauf auf dem Zweitmarkt als Alternative – mit
entsprechenden Abschlägen.
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Wohnungsmieter in Deutschland müssen Jahr für Jahr tiefer in die Tasche greifen. Auch für das
erste Quartal 2026 vermeldet der Wohnindex des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) erneut
Steigerungsraten deutlich über der allgemeinen Inflation. So müssen Neumieter in Düsseldorf
5,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor zahlen, in Köln 5,7 und in Hamburg 5,1 Prozent. Auch im
„Speckgürtel“ rund um Metropolen ziehen die Mieten unvermindert an, rund um die Top-7-Städte
um 4,2 Prozent, im Umland der übrigen Großstädte um 3,9 Prozent. Deutschlandweit betrug die
Mietpreiszunahme 3,5 Prozent.
Weniger dynamisch entwickeln sich die Immobilien-Kaufpreise: Sowohl Wohnungen als auch
Ein- und Zweifamilienhäuser verteuerten sich gegenüber dem Vorquartal lediglich um 0,1
Prozent. Auf Jahressicht legten die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser um 0,7 Prozent zu, die
für Eigentumswohnungen dagegen um 2,5 Prozent. Die IW-Marktanalysten führen diese Zahlen
wesentlich auf das hohe Zinsniveau zurück. Zudem werden wenig energieeffiziente Gebäude
immer häufiger mit einem Preisabschlag versehen.
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Über Jahrzehnte hatten offene Immobilienfonds (OIFs) den Ruf einer soliden
Portfoliobeimischung – nicht sehr renditestark, aber schwankungsarm und mit geringem
Verlustrisiko. Doch die Branche ist unter Druck geraten, insbesondere durch steigende Zinsen
und durch strukturelle Markttrends im Gewerbesegment. Die Anleger reagieren auf die kargen
Renditen und die wachsenden Unsicherheiten mit Rückzug: Mehr als zehn Milliarden Euro zogen
sie seit Januar 2025 unterm Strich aus OIFs ab, woraufhin zwei Fonds bereits einen
Rücknahmestopp verhängten.
In diesem Kontext dürfte auch ein Interview von Marc Branson, Präsident der Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), mit der „Süddeutschen Zeitung“ nicht als
vertrauensbildende Maßnahme wirken. Der oberste Finanzaufseher der Republik moniert einen
häufig „vertriebsgetriebenen Verkauf“ von OIFs, die vorwiegend in Banken und Sparkassen
angeboten werden. Zudem sei es fragwürdig, dass die Fonds oft der niedrigsten Risikoklasse
zugeordnet werden. Die vorgeschriebenen Beratungsprotokolle seien kaum hilfreich für die
Anleger, da sie zu schwer verständlich seien.
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Im vergangenen Jahr sind die Wohnimmobilienpreise in Deutschland doppelt so stark gestiegen
wie im Vorjahr, nämlich durchschnittlich um 4,2 Prozent. Nach Berechnungen des Verbands
Deutscher Pfandbriefbanken (vdp) haben sich insbesondere Mehrfamilienhäuser verteuert, für
die 5,2 Prozent mehr bezahlt werden mussten als 2024. Bei selbst genutztem Wohneigentum
betrug die Steigerungsrate 3,0 Prozent. Auch die Mieten legten wieder merklich zu und lagen
Ende 2025 um 3,5 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Damit scheint die Phase nachlassender Preissteigerungsdynamik vorüber zu sein, die sich zuletzt
vor allem aufgrund gestiegener Finanzierungskosten gezeigt hatte. Kurz- und mittelfristig
spricht wenig für eine Entspannung, da nach wie vor weniger Wohnungen gebaut werden als
nötig. Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) schätzt, dass in diesem Jahr 215.000 Einheiten
fertiggestellt werden – 257.000 müssten es bis 2040 pro Jahr sein. Wie ZIA-Präsidentin Iris
Schöberl auf procontra-online hervorhob, „klafft die Lücke zum tatsächlichen Bedarf weiterhin
bedrohlich. Wir stecken mitten in einer handfesten Neubaukrise.“
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Im zweiten Quartal dieses Jahres wechselten in Deutschland Wohnimmobilien im Wert von rund 70 Milliarden Euro den Besitzer oder die Besitzerin. Gegenüber dem Vorjahresquartal markiert das ein Plus von 21 Prozent, wie der Immobilienverband Deutschland (IVD) für seinen Wohn-Preisspiegel errechnet hat.
„Wir beobachten eine Trendwende: Für viele Haushalte wird der Erwerb von Wohneigentum im Verhältnis zur Miete wieder attraktiver“, berichtet IVD-Präsident Dirk Wohltorf. „Stabile Kaufpreise, steigende Einkommen und ein planbares Zinsniveau tragen zu einer Verbesserung der Finanzierungsvoraussetzungen bei.“
Dazu kommen steigende Mieten – im bundesweiten Durchschnitt kletterten die Neuvertragsmieten für Bestandsimmobilien um 3 bis 4 Prozent und für Neubauten um 3,5 bis 4,5 Prozent. Dadurch kann sich ein Kauf eher auszahlen. In mittelgroßen Städten kosten Einfamilienhäuser derzeit im Schnitt rund 365.000 Euro, 40 Prozent weniger als in Großstädten. Noch deutlich erschwinglicher wird es in Kleinstädten mit 280.000 Euro.
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In den meisten deutschen Regionen ist bis 2035 mit einer Wertsteigerung von Wohnimmobilien
zu rechnen. Zu diesem Schluss kommt das Hamburger WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) in seiner
jährlich im Auftrag einer Großbank erstellten Marktanalyse. Im Durchschnitt werde das
Preiswachstum von Bestands-Eigentumswohnungen bei 0,4 Prozent jährlich liegen. In dieser
Hinsicht wird Leipzig mit 1,9 Prozent p. a. das größte Potenzial zugetraut, gefolgt von den
Landkreisen Barnim (1,3), Oberhavel und Konstanz (beide 1,2).
Für Käufer haben sich die Bedingungen im vergangenen Jahr leicht verbessert. So sank der
Vervielfältiger (Kaufpreis im Verhältnis zur Jahresnettokaltmiete) bundesweit von 26,3 auf 24,8.
Besonders günstig ist er in Worms mit 20,9, in Ludwigshafen am Rhein (21,1) und in
Frankenthal/Pfalz (22,3). Am anderen Ende der Skala stehen die Ferienregionen an der
Nordseeküste – wer im Kreis Nordfriesland Immobilieneigentümer werden will, muss im Schnitt
über 70 Jahresnettokaltmieten auf den Tisch legen.
In 40 der 400 untersuchten Regionen sehen die Analysten „derzeit sehr gute Bedingungen für
den Kauf von Eigentumswohnungen aus dem Bestand“, weil sie einen Vervielfältiger von unter
25 mit einer Wachstumsprognose von mindestens 0,6 Prozent p. a. verbinden. 19 dieser Regionen
grenzen direkt an eine der sieben größten deutschen Städte
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Der energetische Zustand eines Gebäudes wird immer wichtiger für den Verkaufswert. Wie das Finanzmagazin procontra berichtet, beträgt der Aufschlag bei Wohnungen der Energieeffizienzklassen A und A+ gegenüber den Klassen D und E bereits heute im Schnitt rund 650 Euro pro Quadratmeter. Nach Beobachtungen einer großen Bausparkasse lässt sich der Immobilienwert durch eine energetische Sanierung um bis zu 25 Prozent steigern.
Der Hauptgrund dafür liegt in den langfristig geringeren Betriebskosten energieeffizienter Gebäude – ein Vorteil, der in den kommenden Jahren noch zunehmen wird: Die CO2-Abgabe, die 2021 noch bei 25 Euro pro ausgestoßene Tonne lag und derzeit 55 Euro beträgt, wird sich voraussichtlich auch im nächsten Jahr erneut deutlich verteuern.
Um in eine höhere Energieeffizienzklasse aufzusteigen, empfiehlt die Förderbank KfW den Einbau von Wärmepumpen oder Biomasseheizungen oder den Anschluss an zukunftsfähige Wärmenetze. Auch Photovoltaikanlagen können kräftig auf die Energiebilanz eines Hauses einzahlen.
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Seit August 2023 ziehen die Anleger unterm Strich mehr Geld aus offenen Immobilienfonds ab, als sie einzahlen. Auch für den April 2025 weist die Branche ein Minus von 870 Millionen Euro aus. Für das Liquiditätsmanagement der Fonds bedeutet das große Herausforderungen, zumal Bestandsobjektverkäufe in der aktuellen Marktlage häufig nur mit Abschlägen möglich sind.
Dennoch ist die Liquiditätsquote laut der Ratingagentur Scope im Durchschnitt gegenüber dem Vorjahr kaum gesunken: von 15,1 auf derzeit 14,6 Prozent. Angesichts der permanenten Nettoabflüsse keine geringe Leistung. Hinter dem marktweiten Wert verbergen sich allerdings große Unterschiede – bei vier Fonds bewegt sich die Quote im einstelligen Bereich und damit nur knapp über der vorgeschriebenen Mindestmarke von fünf Prozent. Am anderen Ende der Skala kommt der Spitzenreiter auf 24,7 Prozent.
Eine große Spreizung ist auch bei der Fremdkapitalquote zu beobachten, die im Durchschnitt von 16,4 Prozent im Vorjahr auf nun 18,1 Prozent geklettert ist. Während manche Fonds ganz ohne Fremdkapital auskommen, rangieren sieben nur knapp unterhalb der gesetzlichen Obergrenze von 30 Prozent.
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Die Flaute im Immobiliengeschäft scheint – zumindest im Wohnsegment – vorerst überwunden zu sein. Das Transaktionsvolumen mit Wohnimmobilien stieg im ersten Quartal dieses Jahres um 12 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf über 70 Milliarden Euro. „Die Investitionsbereitschaft wächst – das zeigt der bundesweite Aufwärtstrend, der in allen Bundesländern mehr oder weniger stark erkennbar ist“, gibt sich Dirk Wohltorf, Präsident des Immobilienverbands Deutschland (IVD), im Finanzmagazin procontra optimistisch.
Die größte Dynamik offenbart sich in Berlin mit einer Zunahme des gehandelten Volumens um 56 Prozent, gefolgt von Sachsen mit 44 und Hessen mit 41 Prozent. Am anderen Ende der Skala rangiert Rheinland-Pfalz, wo kaum mehr Transaktionen als im ersten Quartal 2024 verzeichnet wurden (+2,5 Prozent). Als ausschlaggebend für die Belebung erachtet der IVD das günstige Marktumfeld, vor allem im Hinblick auf die Finanzierungszinsen und die Preisentwicklung. Auch habe die Verunsicherung infolge des sogenannten Heizungsgesetzes nachgelassen, was die Kaufbereitschaft steigere.
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